Wettbewerb "Frau - Handwerk - Nachfolge 2026"
Mit innovativen Praxisansätzen zum Erfolg

„SIE übernimmt!“ ausgezeichnet: Mehr Frauen in die Unternehmensnachfolge im Handwerk bringen

Am 21. April 2026 wurde in Berlin deutlich, worauf es im Handwerk in den kommenden Jahren ankommt: neue Perspektiven für die Unternehmensnachfolge – und mehr Frauen in Führungsrollen.

Im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs „Frau-Handwerk-Nachfolge“ der bundesweite gründerinnenagentur (bga) wurde das Konzept „SIE übernimmt!“ der Handwerkskammer Cottbus ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand bei einer Fachtagung in der Vertretung des Landes Brandenburg beim Bund statt.

Gewinner*innen des "Frau-Handwerk-Nachfolge 2026" Wettbewerbs

Warum Unternehmensnachfolge im Handwerk immer wichtiger wird

Der Wettbewerb verfolgt ein klares Ziel: mehr Frauen für Führung, Gründung und Unternehmensnachfolge im Handwerk zu gewinnen. Dabei werden sowohl bestehende Best-Practice-Beispiele als auch neue, umsetzungsreife Konzepte ausgezeichnet.

Der Hintergrund ist eindeutig:

  • Viele Handwerksbetriebe stehen vor der Übergabe
  • Gleichzeitig ist der Anteil von Frauen in Führungspositionen weiterhin gering

Aktuell wird nur etwa jeder vierte Handwerksbetrieb von einer Frau (mit-)geführt.

Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jungend (BMBFSFJ), sieht darin nicht nur ein Gleichstellungsthema, sondern auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit.

So betonte die Parlamentarische Staatssekretärin Mareike Wulf bei der Preisverleihung:

„…Unternehmen – gerade im Handwerk – suchen händeringend eine Nachfolge. Frauen sind ein wichtiger Teil der Lösung!“

"SIE übernimmt!" - ein Konzept mit Umsetzungsanspruch

Exakt hier setzt das ausgezeichnete Konzept „SIE übernimmt!“ an.

Der Ansatz ist bewusst praxisnah und verfolgt drei zentrale Ziele:

  • Sensibilisierung für das Thema Nachfolge – insbesondere bei Frauen
  • Sichtbarkeit von weiblichen Vorbildern im Handwerk
  • Zugängliche Wege in Richtung Unternehmensübernahme

Dabei geht es nicht um klassische Beratung, sondern um Orientierung, Impulse und Vernetzung – also dort anzusetzen, wo viele potenzielle Nachfolgerinnen heute noch nicht erreicht werden.

Der Wettbewerb legt bewusst Wert auf umsetzungsfähige Ansätze, nicht auf theoretische Modelle. Hier konnte „SIE übernimmt!“ überzeugen.

Päsentation "SIE übernimmt!"
Gewinnerin (Anja Beck [rechts]) & Gewinner (Heiner Bachmann) + Staatssekretärin Mareike Wulf

Zusammenarbeit als Schlüssel: BOOST(H)ER

Ein zentraler Bestandteil des Konzepts ist die Zusammenarbeit mit unserem Projekt BOOST(H)ER unseres Partners Wertewandel e.V.

Viele Frauen scheitern nicht an fehlender Qualifikation, sondern an fehlenden Netzwerken, Vorbildern oder Zugängen zu bestehenden Strukturen.

Kooperationsformate wie BOOST(H)ER setzen hier an:

  • Austausch auf Augenhöhe
  • Sichtbarkeit von Karrierewegen
  • niedrigschwelliger Einstieg in das Thema Führung und Nachfolge

Damit ergänzt die Kooperation das Konzept um einen entscheidenden Faktor: Praxisnähe und Anschlussfähigkeit.

Nachfolge braucht neue Perspektiven

Die Herausforderungen im Handwerk sind klar benannt:

  • Fachkräftemangel
  • demografischer Wandel
  • steigender Nachfolgebedarf

 

Gleichzeitig zeigt sich:
Frauen sind im Handwerk präsent – ihr Anteil in der Unternehmensnachfolge spiegelt dieses Potenzial jedoch noch nicht wider.

Studien und Praxisberichte zeigen, dass Frauen im Handwerk häufig mit zusätzlichen Hürden konfrontiert sind, etwa:

  • fehlende Vorbilder
  • eingeschränkter Zugang zu Netzwerken
  • strukturelle Barrieren in traditionell geprägten Branchen

Deshalb setzen aktuelle Initiativen verstärkt auf:

  • Role Models
  • Mentoring
  •  und die gezielte Ansprache von Frauen

Der Wettbewerb macht diese Ansätze sichtbar – und übertragbar.

Ein Signal über Brandenburg hinaus

Die Auszeichnung von „SIE übernimmt!“ ist mehr als ein Projekterfolg.

Sie zeigt:

  • Unternehmensnachfolge im Handwerk lebt von unterschiedlichen Perspektiven und Zielgruppen
  • Frauen sind ein selbstverständlicher und prägender Teil von Führung und Nachfolge
  • Umsetzungsorientierte Konzepte haben reale Wirkungschancen

Oder anders gesagt:
Die Frage ist nicht mehr, ob Frauen stärker in die Nachfolge einbezogen werden sollten – sondern wie schnell und gleichberechtig es gelingt.

Ausblick: Von der Idee zur Umsetzung

Mit der Auszeichnung ist ein wichtiger Schritt getan. Entscheidend ist jetzt, was daraus folgt:

  • Wie werden potenzielle Nachfolgerinnen konkret erreicht?
  • Wie entstehen echte Zugänge zur Unternehmensnachfolge?
  • Und wie lassen sich erfolgreiche Modelle übertragen?

Klar ist:
Wer sich frühzeitig mit dem Thema Unternehmensnachfolge im Handwerk beschäftigt, verschafft sich einen echten Vorteil – unabhängig davon, ob als Nachfolgerin oder Nachfolger.

Und hier knüpft die Arbeit der Nachfolgezentrale Brandenburg an:
sensibilisieren, informieren und Perspektiven aufzeigen.

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